Religion - Gewalt - Versöhnung

Motive seelischer und körperlicher Gewalt in spätmittelalterlichen Bildern der Passion Christi
und der Heiligenmartyrien

26.01.10 Daria Dittmeyer M.A.

In der nordalpinen Tafelmalerei des 14. bis frühen 16. Jahrhunderts ist das Gewaltmotiv durch die zentralen Themen Passion und Martyrium omnipräsent. Die Ursache hierfür ist zunächst in der christlichen Religion selbst zu finden, die untrennbar mit dem Phänomen Gewalt verbunden ist: Die seelischen und körperlichen Gewaltaktionen gegen Jesus in der Passion sind die notwendige Konsequenz aus der Erniedrigung durch seine Inkarnation, der konstituierenden Heilstatsache des Glaubens. Erst mit dem Wandel im Passionsverständnis seit dem 12. Jahrhundert aber wird die Darstellungsweise der darauf folgenden Periode überhaupt möglich. Der Vortrag wird anhand von Bildbeispielen verdeutlichen, welche ästhetischen Strategien der Gewaltvisualisierung in den spätmittelalterlichen Bildern erkennbar sind und welche für die Deutung relevanten Parallelen und Unterschiede es zwischen den Darstellungen der Passion Christi und der Tortur der Märtyrer gibt.

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