„Welcome to the Machine!”
Industrie und Industriekultur als Inspirationsmomente der Kunst
Nicht erst ab den 50er Jahren, mit den Fotografien von Bernd und Hilla Becher, sind Industrieobjekte in den Fokus der Kunst gerückt: Bereits 1934 veranstaltete das Museum of Modern Art in New York eine Ausstellung mit dem Titel „Machine Art“, in der technische und mechanische Objekte, sowohl dem alltäglichen Bedarf wie auch maschinellem und industriellem Kontext entstammend, unter ästhetischen Kategorien gewürdigt und Kunstwerken gleich präsentiert wurden. Dem vorausgegangen war 1926/28 das Ballett „Stahl“ des russischen Komponisten Alexander Wassiljewitsch Mossolow, der in dem darin enthaltenen Stück „Zavod“ (im Westen zwar als „Die Eisengießerei“ bekannt geworden, jedoch tatsächlich mit „Die Fabrik“ zu übersetzen) die Geräusche einer Eisengießerei zu einer dissonanzenreichen, rhythmisch stampfenden „Maschinenmusik“ umformte.
Der Vortrag wird diesen und weiteren Beispielen solcher von Industrie und Industriekultur ausgehenden Inspirationsmomente nachgehen und sie auf ihre jeweiligen Kontexte, Motivationen und Rezeptionen hin untersuchen.
Prof. Dr. Henry Keazor
Institut für Kunstgeschichte, UdS
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie in Heidelberg und Paris. Nach der Promotion in Heidelberg: Stipendium am Kunsthistorischen Institut in Florenz, dann wissenschaftliche Assistenz an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main. Habilitation ebd. 2005. 2005/2006: Gastprofessur an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, danach bis Herbst 2008 Heisenberg-Stipendiat der DFG. Seit WS 2008/09 Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Universität des Saarlandes. Forschungsschwerpunkte: Italienische und französische Renaissance- und Barockmalerei, zeitgenössische Architektur, Bezüge zwischen Kunst und modernen Medien sowie Musikvideos.
Universität des Saarlandes


